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Eine Klemmbausteinfigur als Superman verkleidet.

IT-Superheld:innen gesucht: In deutschen Schulen und Unternehmen fehlen Admins für die Digitalisierung.

Home-Office, Videokonferenzen, Cloud Computing – mit Corona hat die Digitalisierung deutlich an Fahrt aufgenommen. IT-Administrator:innen kommt dabei eine zentrale Rolle zu: Sie sorgen dafür, dass die Technik rundläuft und digitale Zusammenarbeit jederzeit und überall möglich ist. In Pandemiezeiten nicht nur ein wichtiger und gut bezahlter Job, sondern auch einer, der buchstäblich hilft, Menschenleben zu retten.

Doch in Unternehmen sind Fachkräfte mit administrativem Know-how über sämtliche Branchen hinweg Mangelware. Laut Digitalverband Bitkom bleiben in Deutschland aktuell rund 86.000 IT-Stellen unbesetzt, jedes dritte Unternehmen sucht händeringend nach qualifizierten IT-Admins. Dementsprechend gut stehen die Chancen auf einen Neu- oder Quereinstieg in den IT-Bereich, beispielsweise durch fachspezifische Fort- oder Weiterbildung.

Erfahren Sie hier, was einen IT-Admin ausmacht und welche Möglichkeiten das Berufsfeld bietet.

Ein Job, viele Bezeichnungen

Sucht man auf Stellenbörsen wie Stepstone & Co. nach Admin-Jobs, fällt einem zunächst das weite Spektrum an Begrifflichkeiten auf. Doch wo liegen hier die Unterschiede und welche grundsätzlichen Anforderungen werden gestellt?

Allgemein ist man als IT-Administrator:in zuständig für die Konfiguration, Überwachung und Pflege der IT-Systeme sowie Netzwerke in Unternehmen. Um einen möglichst störungsfreien Betriebsablauf zu ermöglichen, hat der Admin die IT-Sicherheit und mögliche Fehlerquellen immer im Blick. IT-Admins arbeiten insbesondere in Unternehmen der IT-Branche, bspw. in großen Rechenzentren oder in der Kundenbetreuung. Generell sind sie jedoch angesichts der zunehmend komplexen IT-Infrastruktur in sämtlichen Branchen anzutreffen. Kleinere Unternehmen suchen eher Allrounder mit breiten Kenntnissen und Fähigkeiten, während größere Unternehmen in der Regel Admins brauchen, die auf bestimmte Bereiche spezialisiert sind.

Systemadministrator:innen etwa planen, installieren und konfigurieren die Systeme und deren Sicherheit. Sie sorgen bspw. dafür, dass Zugriffsrechte ordnungsgemäß definiert werden, verwalten zentrale Speicher bzw. Datenbanken und halten die Software stets auf dem neuesten Stand oder installieren neue Tools und Anwendungen.

Mit dem Tätigkeitsfeld Systemadministration meist gleichgesetzt wird in Stellenanzeigen dasjenige der Serveradministrator:innen. Diese sind, wie der Name schon sagt, für den Betrieb der Server in einem Unternehmen zuständig. Zu ihren Aufgaben gehört die Pflege, Wartung und Umstrukturierung komplexer Serverlandschaften.

Netzwerkadministrator:innen hingegen betreuen die in einem Unternehmen vorhandene Netzwerkinfrastruktur. Sie verwalten die an das Betriebssystem gekoppelten Netzwerkkomponenten, erweitern diese bei Bedarf und sorgen für eine stabile Internet- und Datenbankanbindung. Da zunehmende Vernetzung auch eine wachsende Bedrohung durch Cyberkriminalität bedeutet, überwacht der Admin die Netzwerke auf mögliche Angriffe von außen und sorgt für sichere Abläufe.

Cloud Computing ist die Technologie der Stunde. Bereits drei von vier Unternehmen nutzen laut Bitkom Rechenleistungen aus der Cloud. Das Geschäft mit gemieteten Servern, Netzwerk- und Speicherkapazitäten – das sogenannte Infrastructure-as-a-Service – verzeichnet „jährliche Wachstumsraten von bis zu 40 % und ist mittlerweile ein Milliardenmarkt“, so Bitkom-Präsident Achim Berg. Damit Unternehmen solche flexiblen Services nutzen können, werden Cloud-Administrator:innen benötigt, die die entsprechenden IT-Strukturen aufbauen. Selbstverständlich verfügen sie über Kenntnisse zu den bekanntesten Cloud-Anbietern wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure oder Google Cloud.

Somit ergeben sich verschiedene Teilbereiche der Betreuung von Computersystemen und -netzwerken. Je nach Interesse, Vorbildung und Beschäftigungsfeld kann mittels gezielter Weiterbildung ein individueller Schwerpunkt gesetzt werden, um bei Bewerbungsverfahren mit praxisrelevanten Kenntnissen zu punkten.

Welche Fähigkeiten braucht ein IT-Admin?

Eigenschaften wie Teamgeist, Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft sind, wie in jedem Job, wichtige Voraussetzungen. Darüber hinaus gelten eine strukturierte Denkweise, Serviceorientierung sowie kommunikative Fähigkeiten als unerlässliche Soft Skills – denn der Admin ist kompetenter erster Ansprechpartner für IT-Probleme aller im Unternehmen Beschäftigten. Und dass man ohne Englischkenntnisse gerade in der IT-Branche nicht weit kommt, versteht sich fast von selbst.

Zu den fachlichen Anforderungen gehören:

  • Kenntnisse im Bereich Serversysteme, z. B. Unix-, Linux- oder Windows-Server
  • Praxiswissen zu den wichtigsten Datenbanksystemen, z. B. MySQL, Oracle
  • Programmierkenntnisse in Sprachen wie PHP, Python oder JavaScript
  • Know-how in Netzwerktechnologien und -strukturen
  • Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich Cloud-Infrastruktur

Abgesehen davon sind gerade im schnelllebigen IT-Bereich regelmäßige Weiterbildungen ein Muss. Es gilt, Kernkompetenzen und Expertenwissen zu Technologien, Programmiersprachen etc. aufzubauen, sein Know-how aktuell zu halten und sich auch in Sachen Sozial- und Methodenkompetenz weiterzuentwickeln.

Beste Einstiegschancen – auch ohne Studium

Die Chancen für qualifizierte Bewerber:innen stehen gut. Denn im Zuge der Digitalisierung und zunehmenden Vernetzung steigt nicht nur der Bedarf an IT-Admins, auch die Bedeutung der IT-Abteilung in Unternehmen wächst. Betriebe und Arbeitgeber:innen haben längst verstanden, dass eine effiziente IT-Infrastruktur einen bedeutenden Wettbewerbsfaktor darstellt und damit die Zukunft des Unternehmens sichert.

Entscheidend für den Einstieg in die IT ist nicht unbedingt ein Studienabschluss. Auch mit einer Umschulung oder Weiterbildung kann der Eintritt in die IT-Arbeitswelt gelingen. Gute Bildungsanbieter mit entsprechender Spezialisierung vermitteln nicht nur Fachwissen, sondern bieten ihren Teilnehmer:innen auch die Möglichkeit, international anerkannte IT-Zertifikate zu erwerben. Denn ohne diese „Türöffner“ wird ein beruflicher Neustart in der Wachstumsbranche schwer.

Bei Unternehmen gefragt sind vor allem Zertifikate bekannter Marktgrößen wie Microsoft, Linux oder Oracle. Auch die unabhängigen Abschlüsse des Branchenverbands CompTIA sorgen für Vorteile am Arbeitsmarkt. Denn Zertifizierungen sind standardisiert und versprechen neben nachweisbaren Produkt- und Technologiekenntnissen internationale Vergleichbarkeit. Vor allem aber zahlen sie sich aus: Zertifizierungen sind in der IT unabdingbar für den weiteren Karriereweg und wirken sich äußerst positiv auf Gehalt und Beförderungschancen aus.