Microsoft Inspire 2019: Partners make it überhaupt erst possible

Alle Jahre wieder folgen tausende Microsoft Partner aus aller Welt der Einladung des IT-Konzerns und pilgern für eine Woche in die Vereinigten Staaten zur Microsoft Inspire, der weltweiten Partnerkonferenz. So auch wieder dieses Jahr, in dem Microsoft seine geschätzten Partner vom 14.-18. Juli zum zweiten Mal in Las Vegas, Nevada, begrüßte.Die Inspire, ehemals Worldwide Partner Conference (WPC) gibt es in dieser Form bereits seit 2003 und findet jährlich an wechselnden Orten statt.

Werbetafel: Welcome To Fabulous Las Vegas Nevada

Die Microsoft Inspire 2019 fand in Las Vegas (Nevada) statt

Microsoft zelebriert mit dieser Veranstaltung den Abschluss des vergangenen Geschäftsjahres. Gleichzeit teilt der IT-Riese mit seinen Partnern die Roadmap und Prioritäten für das kommende Geschäftsjahr. Dies geschieht bei diversen Corenotes, hunderten Sessions und anderen branchenspezifischen Angeboten. Ein Fokus liegt dabei natürlich auf dem Teilen von Best Practices und dem Netzwerken vor Ort.

 

Microsoft reagiert auf Feedback

Eine Woche vor Veranstaltungsbeginn informierte Microsoft seine Partner über die Reduzierung von Supportleistungen und die Aufkündigung der IUR (Internal Use Rights), sprich der Produktlizenzen, welche Kompetenzpartner kostenfrei nutzen dürfen.

Für viele Partner eine mittlere Katastrophe, da die eigene Beschaffung dieser Lizenzen mit Mehrkosten von mehreren tausend Euro jährlich verbunden wäre. Dementsprechend fiel auch die Reaktion in der Partner-Community aus. Sogar eine Petition auf change.org wurde gestartet. Mit so viel Unmut und Gegenwind hatte Microsoft wohl nicht gerechnet, ruderte einen Tag vor Konferenzbeginn zurück und setzte alles auf Anfang: Keine Änderungen innerhalb des nächsten Geschäftsjahres. Alles bleibt beim Alten. Die Partner sind besänftigt. Zumindest vorerst.

In der Corenote am Montagmorgen entschuldigte sich Gavriella Schuster, Corporate Vice President One Commercial Partner, noch einmal medienwirksam und betonte, wie auch alle anderen Sprecher, die noch folgen sollten, wie wichtig „Trust“ für eine funktionierende Partnerschaft sei. Ob dieses Vorgehen von Microsoft nun ein Versehen, ein Unterschätzen der Wichtigkeit der zur Verfügung gestellten Benefits oder ein geschicktes Selbstmarketing war, darüber darf sich jeder selbst ein Urteil bilden.

 

Fokus auf der Kollaborationsplattform Teams

Eine weitere wichtige Kernbotschaft Gavriellas war das Thema Collaboration. Mit Leitsprüchen wie „partners make more possible“ und „from partnering to partnership“ verdeutlichte sie, wie wichtig nicht nur die vertrauensvolle Zusammenarbeit (Co-Build und Co-Sell) mit Microsoft ist, sondern auch die Kooperation zwischen den Partnern und die interne Zusammenarbeit bei Kunden. Angesichts dieser Aussage ist es nicht verwunderlich, dass der Fokus im anlaufenden Geschäftsjahr ganz klar auf der Kollaborationsplattform Teams liegt.

 

T-Mobile-Arena in Las Vegas

Großer Besucherandrang vor der T-Mobile Arena in Las Vegas, dem Veranstaltungsort der Corenotes auf der Microsoft Inspire 2019

 

Digitalisierung und künstliche Intelligenz als Chance

Im zweiten Teil der Corenote folgte Judson Althoff, welcher Gavriellas Punkte aufgriff und das Thema „democratizing digital“ vertiefte. Die Idee dahinter ist, dass jeder Mensch die Möglichkeit bekommt, von der Digitalisierung zu profitieren:

„Making sure that everyone can benefit from a digital experience. And that we enable everyone to participate in the digital economy.”
(Judson Althoff, Executive Vice President Microsoft)

Dazu muss Technologie für alle zugänglich, greifbar sowie verständlich gemacht und Mitarbeiter mit modernen „Skills“ ausgestattet werden. Als i-Tüpfelchen soll dann Artificial Intelligence helfen, das wahre Potenzial der menschlichen Arbeitskraft freizusetzen und nicht, wie von einigen AI-Kritikern prognostiziert, die Menschen als Arbeiter abschaffen. Vielmehr soll sie dabei helfen, Arbeitszeit sinnvoller zu gestalten und banale Arbeitsschritte zu beseitigen.

Weitere Prinzipen der „digitalen Demokratisierung“ sollen „connectedness“, sprich die Verbindung der Führungsebene mit den Mitarbeitern und die Befähigung von „citizen developers“ sein, das heißt auch ohne tiefergehende Programmierkenntnisse können Arbeitskräfte mit Hilfe von GitHub und der Power Plattform aus Power BI und Power Apps für den eigenen Geschäftsbereich Tools entwickeln.

Als essenziell wurde auch hier wieder die Aufgabe der Partner hervorgehoben: „The few empowering the many“. Veranschaulicht wurde das Konzept an einem schönen Customer Case mit Unilever, welche einen „Digital Twin“, d.h. ein digitales Abbild einer Produktionsstätte, innerhalb von sechs Wochen erstellt haben.

 

Gelegenheiten, um neue Kontakte zu knüpfen

Der Abschluss der Corenote stellte den Startschuss für zahlreiche Business Track spezifischen Sessions dar. Tausende Partner strömten fast zeitgleich von der T-Mobile Arena ins nahe gelegene Mandalay Bay Convention Center. Wer keine Sessions hatte, konnte in der „Connect Zone“ Meetings abhalten oder sich im sogenannten „The Hub“ die Zeit vertreiben. Der „Hub” ist eine Halle gefüllt mit verschiedenen Ausstellern, Microsoft Show Cases, dem Microsoft Store, Area Lounges und diversen Themen Lounges wie beispielsweise IAMCP, WW Learning und vielem mehr.

Als Ausklang für einen erfolgreichen Tag fanden zahlreiche Abendveranstaltungen statt, verteilt über ganz Las Vegas. Die DACH Community unternahm einen Ausflug nach „Frankreich“ und gab sich im Chateau direkt unter dem Eiffelturm die Ehre.

 

Ergebnisse der WW Learning Sessions

Auch am Dienstag ging es für die meisten nach einer wohl eher kurzen Nacht weiter mit Sessions und Networking. Besonders interessant für (nicht nur) alle Learning Partner waren die beiden WW Learning Sessions.

Die Outcomes in Kürze:

  • Neben den 23 bereits vorhandenen, wird es künftig weitere Role Based Trainings geben
  • Außerdem wird neben Fundamentals, Associate und Expert noch ein Specialty Level entwickelt, bei dem Spezialthemen wie IoT, Linux on Azure und weitere behandelt werden
  • Im Bereich MCTs, Courseware und Skilling Events werden künftig große Investments getätigt
  • Der Trend geht weg von Knowledge Testing zu Performance Based Trainings
  • Microsoft Mitarbeiter werden befähigt werden, für ihre Kunden Learning Paths zu erstellen, welche diese dann gemeinsam mit ihren Learning Partnern umsetzen

 

Microsoft CEO Satya Nadella während seiner Rede auf der Microsoft Inspire 2019

Schwerpunkt der Rede von Microsoft CEO Satya Nadella war das Thema: Learning by doing.

 

Microsoft Inspire 2019 – Schwerpunktthema Learning

Überhaupt war das Thema „Learning“ omnipräsent auf der diesjährigen Konferenz. Jeder Speaker wies darauf hin, dass es heutzutage unabdingbar ist, kontinuierlich Neues zu lernen und zwar durch „learniny by doing“, sprich techniknah. So auch Microsoft CEO Satya Nadella, der in der zweiten Corenote am Mittwochmorgen das Thema Learning erneut in den Vordergrund stellte.

Ziel müsse es sein, alle Voraussetzungen zu schaffen, damit Microsoft Partner ihre Kunden befähigen können, um im digitalen Zeitalter mitzuspielen. Dementsprechend werden von Microsoft im kommenden Fiskaljahr 100 Millionen Dollar in dieses Thema investiert.

 

Schwerpunkte auf der Microsoft Inspire: Künstliche Intelligenz und Big Data

Ebenfalls hoch oben auf der Agenda stehen natürlich die Dauerbrenner Artificial Intelligence und Big Data. Hier gilt es in den kommenden Jahren, die vorhandenen Potenziale noch besser auszuschöpfen, da zwar viele Daten gesammelt, ein Großteil davon aber gar nicht genutzt wird. Im Zuge dessen wurde erneut auf GitHub, Azure und die Power Platform verwiesen, welche dann gemeinsam mit Teams und einer Prise AI ein Konsortium zur Vernetzung von Daten und Prozessen darstellen soll.

Als Use-Cases gab es zu bestaunen:

  • Die Corenote von Julia White, welche mit Hilfe von Hololens 2 von ihrem eigenen Hologramm auf Japanisch gehalten wurde.
  • Die „Rehearsal-Funktion“ von Power Point, welche Tipps für eigene Präsentationen gibt (Geschwindigkeit anpassen, Wiederholungen vermeiden, usw.)
  • Eine Minecraft Demo, bei der sich die Spieler dank Azure Spatial Anchors direkt im Spiel bewegen können

Als unabdingbares Fundament für all diese Technologien forderte Nadella eine „End-to-End“ Cybersecurity. Dies beinhalte nicht nur die technische Sicherheit, sondern unter anderem auch Privacy als Menschenrecht und die Entwicklung von ethischen Prinzipien für die Arbeit mit künstlicher Intelligenz.

Last but not least fasste Brad Smith alle wichtigen Punkte der Vorredner noch einmal zusammen und stellte sie anhand von aktuellen Projekten wie „AI for Good“ in einen noch größeren Zusammenhang: Man sei nicht zum Kick-Off des Geschäftsjahres zusammengekommen, sondern zum Start einer neuen Dekade, welche auf Daten aufgebaut würde.

Diese zweite Corenote fand gemeinsam mit den Microsoft-Mitarbeitern statt, welche in der Zwischenzeit für ihre eigene Kick-Off-Veranstaltung, der Microsoft Ready, angereist waren. Eine schöne Möglichkeit, um sich auszutauschen und den Tag in einer gemeinsamen „ONE Celebration“ mit den Stargästen Queen und Adam Lambert am Mittwochabend ausklingen zu lassen.

 

Auszeichnung für Microsoft Deutschland

Besucher die glaubten, dies sei schon der krönende Abschluss gewesen, wurden am Donnerstagmittag bei der „German Area General Session“ eines Besseren belehrt. Am Morgen war das deutsche Microsoft-Team nämlich als „Subsidiary of the Year“ – Niederlassung des Jahres – ausgezeichnet worden. Und zwar das erste Mal seit 20 Jahren. Dementsprechend ausgelassen und euphorisch feierten die „engsten 700 Freunde“ (Sebastian Grassl, Director Go-To-Market).

Man mag es bereits ahnen: Auch hier betonte Gregor Bieler (General Manager One Commercial Partner) noch einmal den allgemeinen Konsens der Konferenz, dass dieser Erfolg ohne die größte Partner Community der Welt nicht möglich gewesen wäre. Aus Gavriella Schusters „partners make more possible” vom Montagmorgen, wurde ein eingedeutschtes „partners make it überhaupt erst possible“ (Christian Geckeis, Director Partner Development), welches die Stimmung im Saal charmant einfing und auf den Punkt brachte.

 

Microsoft Deutschland weiter auf Wachstumskurs

„With great power there must also come great responsibility“: Die Erwartungen der Microsoft Corporation an Deutschland sind dementsprechend groß. „Alles, was nicht Verdopplung ist, ist zu wenig“ stellte Gregor Bieler gleich zu Anfang für das neue Fiskaljahr fest.

Prioritäten im kommenden Geschäftsjahr:

  • Neukunden in allen drei Clouds
  • Usage & Consumption für Teams und Azure
  • Gemeinsamer Vertrieb bzw. Co-Sell

Was heißt das für die Partner?

  • Partner sollen sich möglichst spitz positionieren und eine eigene Marke entwickeln, um im Wettbewerb herauszustechen
  • Die Investition in technische Expertise ist essenziell -> „Wecke den Nerd in dir“ (Sebastian Grassl)

 

Hierzu gibt und wird es von Microsoft Deutschland diverse Weiterbildungsinitiativen geben, welche unter dem Schlagwort „Workforce of the Future“ zusammengefasst werden.

 

Nachtaufnahme des Hotel Bellagio in Las Vegas

Ein echter Blickfang in Las Vegas: Das Hotel Bellagio mit den berühmten Fontänen-Wasserspiel.

 

Microsoft Inspire – eine gelungene Veranstaltung

Damit kam die Konferenz zu einem Ende. Der ein oder andere blieb noch etwas länger, um die Möglichkeit zum Netzwerken mit den Microsofties so lang wie möglich zu nutzen. Andere entflohen rasch den Temperaturen Vegas, um mit schwülwarmen 36 Grad in Deutschland wieder begrüßt zu werden. Ein Wiedersehen mit Microsoft und den Partnern gibt es bereits im Oktober beim Microsoft Business Summit in Frankfurt am Main. Auch darüber werden wir Sie wie gewohnt auf dem Laufendem halten!

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